Wofür kann man MASOOI anwenden?

Masooi kann eine Brücke bauen.

TN Stimmen: "Wo man etwas nicht sagen kann- aber schweigen geht auch nicht, da kriegt man über das Singen oder einen Ton machen, das Wesentliche rübergebracht"

" Es gibt mir einen Halt oder ein zu Hause" "ich spür dann die Persönlichkeit des anderen ganz anders, so wie die Seele von ihm" 

"...den eigenen Schatten anzuerkennen und sich auch mal nicht so ernst, oder auch tief ernst zu nehmen, das war mit dem Singen kontrolliert möglich. Man hat die Form und den Inhalt und kann mit beidem spielen. Das ist wie Fußball."

in der Leistungswelt in der Arbeit (Teambildung und Führungskräfteentwicklung)

in der Ausbildungs, Lehr und Seminartätigkeit (als Erfrischung und Reframing)

in der Sinnen- Er/Lebenswelt (als Vergnügen, einfach nur so und für Hobby-wie Profikünstler)

im Coaching (leicht zu erlernendes Selbsthilfetool)

in therapeutischen Settings ( s. auch Musiktherapie):

  • Singen als Ressourcenarbeit

Das, was ich in meinem Denk oder Handlungsrepertoire habe und vergessen hatte, kann ich mir zurück ersingen.  z.B. mit Klienten, die Lust haben, sich zu äußern, zu  spielen, sich aber nicht trauen. Die scheinbar wenig Raum für Wildheit, Zartheit und Neues haben, finden über das Singen dort wieder hinein. Herr K: "Ich habe, „meine Diplomarbeit wird nichts“ gesungen und da dachte ich, wenn ich so was kann, dann kann ich sie auch zu Ende schreiben… " Eigene Kompetenzen singend erfahren, macht Spass und gibt Erfolgserlebnisse. Sich langsam herantrauen und singend mutiger werden, was dann ins Leben hineingetragen wird, ist hilfreich für Menschen, denen ihre Kräfte und Spielfähigkeit nicht mehr bewusst sind. Das zuweilen sprunghafte Ansteigen von Lebensfreude während des Singens, braucht danach für viele Klienten noch die Passung und Dosierung für den Alltag und das Dranbleiben, damit es nicht mit einem schönen Gefühl verpufft. Aber weil es gut wirkt und leicht ist, nehmen viele die Disziplinierung auf sich und singen oder musizieren täglich. 5 min. täglich machen einen signifikanten Qualitäts Unterschied.

 

  • Singen zur Zielfindung  

Ziele ins unreine, unkonkrete singend formulieren und auf einer körperlichen Ebene erfahrbar machen, ist u.a. für Klienten geeignet, die noch keine s.m.a.r.t.e.n Ziele fixieren können, sondern diffus etwas erahnen, wo es mal hingehen könnte. Es ist ein erster Schritt.       

  • Singen als Problemlösung

Klienten werden oft singend mit der Problemlösung beschenkt. Sie finden selber Inhalte, die sie nie denken würden. Und gegen die sie sich wehren würden, wenn der Coach so einen Hinweis geben würde. (Versöhnung als Konzept. oder: als harmoniebedürftiger, ängstlicher Mensch Zorn zu nutzen. oder: weinen als Lösung bei sehr rationalen Menschen. oder: Angeben und "scheinen" üben, bei sehr ehrlichen selbstkritischen Menschen. oder: Locker lassen bei Kontrollliebhabern etc.) Daneben beginnt der Weg in die tägliche Verwirklichung. Mit 1 oder 10 x Singen ist es noch nicht getan. Aber es wurden so 10 Schritte in die ersehnte Richtung gemacht und nicht nur drüber geredet. Das macht einen Unterschied. Es ist immer noch Arbeit, aber auch Freude.

  • Singen von alten Mustern

Masooi (Make a song out of it) ist gut, wenn wir allzu vernünftig sind, wenn Widerstände kommen, wir den Prozess zu sehr bestimmen wollen und innerlich hart, ungeduldig, ratlos werden. Einfach den Groove zu ändern, bringt neue Elastizität und Perspektiven in alte Muster. Hier könnte das Angebot sein: Kommen Sie körperlich= stimmlich in Kontakt und zwar so, dass es sich für ihre Ohren gut anfühlt. Ohne Bewertung vom Großhirn, nur auf rein physischer Ebene. Machen Sie genau das, was Sie sowieso machen, aber mit "Liebe", Humor, oder Übertriebenheit. Dann könnte ein Chor dagegen ansingen. Oder Sie singen " dieselbe Soße" genauso nur langsamer. Oder viel schneller. Oder punktiert.Was passiert beim Wechsel von Blues zu Rap? Was für ein Bedürfnis entsteht im Ohr, was im Fuß?

  • Singen zur Unterstützung in der Suchtentwöhnung

z.B. beim Rauchentzug, weil  - neben Nikotin  - Singen das Einzige mit einem bivalenten Spektrum ist. Das heißt, dass man sich in einer ähnlichen Geschwindigkeit selber rauf und runter regeln kann. Und man tut sich wirklich etwas Gutes, man entspannt oder erfrischt sich wirklich. Ich rege die Raucher 4 Wochen vorher an, ihre eigenen Lieder zu singen. Da haben sie keine Lust zu oder lachen. Dann, wenn der Suchtdruck kommt nützt es doch. Als sichere Exraucher hören sie meist wieder auf. Aber zwischendrin singen, boxen und improvisieren sie über Monthy Python Stücke, das Dschungelbuch, die Ärzte, Nationalhymnen oder Rod Steward und halten durch.

  • Singen als Einstieg in eine Sitzung

Man kann eine Sitzung mit 10 min. Singen beginnen als Aufwärmung oder Zentrierung. Das scheint gewagt, für viele berufliche Zusammenhänge, ist trotzdem auch dort sehr wirksam. Es erlaubt Berührung ohne körperlichen Kontakt und verbindet die Menschen.

  • Singen mit wem?

Mit Einzelklienten

Mit Teams

Mit Gruppen

In Seminaren

Allein

  • Wo

Im Büro, in Therapiesettings, im Hotel, im Auto, zu Hause, auf dem Fahrrad, auf dem WC, als Vorbereitung für ein Präsentation, beim Spazierengehen...

Was brauche ich als Coach oder Anwender?

 

Sie brauchen dazu nichts.

Keine musikalische Vorbildung. Sie müssen auch kein Instrument können. Sie müssen nicht gut singen können. Wenn Sie singen können, ein oder mehrere Instumente können, oder Chorerfahrung haben, wunderbar-

aber seien Sie nicht musikalisch ergebnishungrig. Eine Forscherhaltung und eine gewisse " DummeAugust" Qualität ist entscheidender.  Singen als Coachingmethode nutzen bedeutet: jedes Geräusch, jeder Ton wird angenommen, als das was er ist. Und dann wird gehorcht, was klingt an und was folgt.

Geben Sie sich und dem Coachee bloß die innere Erlaubnis singen zu dürfen - egal auf welcher Weise. Von Vorteil sind: Freundliche Ohren und Lust, dabei sein zu wollen, wenn sich jemand in den Dschungel wagt.  Neugier auf die Musik, die Grooves, die jemand oder eine Thema in sich trägt.

Es funktioniert auch, wenn erstmal nur der/die Coach singt. Intuitiv gefühlte Sätze, Sätze des Klienten oder erarbeitete Sachverhalte. Es ist möglich, dass der Klient am Anfang nur Anregungen gibt, der Coach macht das Lied, einen Refrain, einen Satz und diese gesungenen Worte erreichen den Klienten, auf eine Weise, wie es durch Reden nicht möglich gewesen wäre. Dies kann in den Zwischenräumen zwischen den Sitzungen im Klienten nachklingen oder fortwirken.

Es können gleichzeitig von Paaren oder Klient und Coach Lieder gesungen werden. Nein und Ja zu einer Frage, zu den zwei Seiten einer Medaille einen prägnanten Satz.

Oder als Übung um entspannt seinen Raum zu behaupten, wenn die Gruppe oder das Gegenüber etwas anders singt.

Erfahrungswerte: Wenn Masooi entspannt angeleitet ist und man wirklich ergebnisoffen ist, funktioniert es. Die Singenden lächeln und ihr gesamter emotionaler Zustand bessert sich. Die Atmung vertieft sich. Sie sind angeregt durch ein neues Gefühl, einen neuen Gedanken. Sie erfahren sich als selbst wirksam. „ich dachte, das ist nicht meine Ding, ich kann das nie und dann,- dass das so leicht ist…“  "Das ich den Rhythmus meines Problems klopfen kann und jetzt die Lösung, das überrascht mich schon". Die Lösung zu singen, bedeutet natürlich noch nicht, die Lösung tun. Aber sie ist schon mal gekostet, probiert, angehört. Das kann einen Unterschied machen.